Kaufkraft der Rentner nimmt weiter ab

January 22nd, 2013

age-16732_640Die aktuelle Schlagzeile überrascht kaum und doch hinterlässt sie ein schlechtes Gefühl in der Magengegend bei allen, die das Renteneintrittsalter noch in mehr oder weniger weiter Ferne sehen: Nach Informationen der Bild-Zeitung ist die Kaufkraft der Rentner im Jahr 2012 trotz der Rentenerhöhung von Juli 2012 in den alten Bundesländern um 0,4 Prozent gesunken, in den neuen Bundesländern ebenfalls um 0,3 Prozent. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine Analyse des Instituts für Finanzwissenschaft der Universität Freiburg, begründet wird das Minus mit der kontinuierlichen Inflation.
Schon seit dem Jahr 2004 ist ein ständiger Kaufkraftverlust der Rentner festzustellen, er liegt derzeit bei 9,2 Prozent. Um rund ein Zehntel sei die Rente also seit dieser Zeit geschrumpft, behauptet das Blatt weiter. Das Institut der Universität Freiburg begründet diesen Trend letztlich damit, dass es auch den Arbeitnehmern nicht anders gehe, denn selbst wer heute noch zur arbeitenden Bevölkerung gehört, hat in den letzten Jahren einen Schwund der Kaufkraft hinnehmen müssen. Deshalb sei auch eine ähnliche Tendenz bei der Entwicklung der Renten nicht von der Hand zu weisen.
Zieht man als heute Berufstätiger dann noch in Betracht, dass Geringverdienern später die Altersarmut droht, die durch eine geeignete Rentenreform wohl weder von der aktuellen noch von der nächsten Bundesregierung behoben wird, bleibt letztlich nur die private Vorsorge. Sie muss ausgleichen, was aus den staatlichen Kassen nicht mehr zu bewerkstelligen ist. Woher allerdings die Geringverdiener die finanziellen Mittel für eine private Vorsorge nehmen sollen, bleibt weiterhin offen. Denn gerade sie stehen zunehmend vor dem Problem, schon heute nicht genügend finanziellen Spielraum zu haben, um privat für das Alter vorzusorgen.

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Erschreckende Trends bei der Altersvorsorge

January 9th, 2013

Im Bereich der privaten Altersvorsorge gibt es zwei erschreckende Trends: Zum einen werden die gesetzlichen Renten immer weiter gekürzt – die private Altersvorsorge sollte also eigentlich an Bedeutung gewinnen. Doch das ist überhaupt nicht so: Nur erschreckend wenig Bundesbürger sorgen ausreichend vor. Eine Studie der Postbank enthüllt das Desinteresse für viele Vorsorgeprodukte.

 

Bildquelle: Gert Altmann_dezignus.com / pixelio.de

42 Prozent der Befragten hatten angegeben, die Zahlungen für Ihre Altersvorsorge nicht erhöhen zu wollen – obwohl die meisten davon ausgehen, dass sie zu wenig investieren. Die Frage, wie viel es denn im Idealfall sein sollte, ergab einen Mittelwert von 269 Euro monatlich. Tatsächlich werden aber nur 185 Euro für’s Alter zurückgelegt. Dies ist der niedrigste Wert seit 7 Jahren – vorher wurde die Frage in der Studie nicht gestellt.

Zu den Gründen für den Vorsorge-Unwillen zählt Verunsicherung: Angst vor der Euro-Krise und einer Inflation, Überforderung durch die vielen verschiedenen Produkten auf dem Markt. Nicht einmal staatlich bezuschusste Anlageformen wie die Riesterrente genießen viel Vertrauen: Nur 16 Prozent halten sie für eine sehr sichere Anlageform. Die eigene Immobilie gilt unter den Befragten als die beste Anlageform, fast 30 Prozent rechnen auch mit einem Erbe.

 

Aber natürlich ist vor allem die Bequemlichkeit daran Schuld, dass so wenig vorgesorgt wird. Nur jeder siebte von denen, die ihre Altersvorsorge für unzureichend halten, ist bereit, mehr dafür auszugeben. 44 Prozent halten ihre Vorsorge für genügend.

 

Die Umfrage fand übrigens statt, bevor Ministerin von der Leyen ihre gruselige Rechnung zur Altersarmut präsentiert hatte. Es wird spannend, wie die Ergebnisse nächstes Jahr ausfallen werden.

 

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Die richtige Altersvorsorge für Akademiker

October 24th, 2012

Bildquelle: Michael Staudinger / pixelio.de

Im Gegensatz zu Beamten, die mit einer Pension im Alter relativ gut versorgt dastehen, ist dies bei Akademikern in der Regel leider nicht der Fall. Denn sie sind zunächst auf die gesetzliche Rentenversicherung angewiesen, deren Niveau immer weiter abgesenkt wird.

Große Konzerne bieten nur noch sehr selten eine unternehmensfinanzierte Betriebsrente an. Auf die gesetzliche Rente alleine sollte sich jedoch heute keiner mehr verlassen. Ihr Niveau wird auf keinen Fall reichen, um den gewohnten Lebensstandard aufrecht erhalten zu können. Deswegen ist es unerlässlich, zusätzlich für das Alter vorzusorgen, auch wenn dies
Einschränkungen beim Konsum nach sich zieht.

Wie bei allen finanziellen Entscheidungen ist auch bei der Altersvorsorge breite Streuung eine gute Idee. Denn bei der Absicherung fürs Alter geht es auch darum, keine unnötigen Risiken einzugehen, indem man alles auf eine Karte setzt. Viel vernünftiger ist es, verschiedene Formen der Altersvorsorge zu nutzen. Dennmso kann die schwache Performance einer Anlageform mit der überdurchschnittlichen Rendite bei einer anderen kompensiert werden.

Betriebliche und private Altersvorsorge

Der Gesetzgeber fördert verschiedene Formen der betrieblichen Altersvorsorge, dabei handelt es sich im Einzelnen um Pensionsfonds, Direktversicherungen und Unterstützungskassen. Üblicherweise erfolgen die Beitragszahlungen aus Gehaltsumwandlungen, die innerhalb von bestimmten Grenzen steuerbegünstigt und frei von Sozialversicherungsabgaben sind. So wirkt sich die Umwandlung eines Teils des Bruttogehalts in einer geringeren Minderung des Nettoeinkommens aus.

Bei der privaten Altersvorsorge haben Verbraucher grundsätzlich die Wahl zwischen staatlich geförderten Vorsorgeformen oder Anlagen auf rein privater Basis.

Die Riester-Rente kann durchaus eine wichtige Säule der privaten Altersvorsorge darstellen, wenn man auf die richtigen Produkte setzt. Weniger attraktiv ist gegenwärtig der Abschluss einer kapitalbildenden Lebensversicherung, denn die steuerlichen Begünstigungen sind in den
letzten Jahren drastisch zurück gefahren worden. Darüber hinaus befinden sich auch die Garantiezinsen auf historisch niedrigem Niveau, der staatlich garantierte Zins für Lebensversicherungen beträgt gegenwärtig lediglich 1,75 Prozent.

Allerdings kann eine kapitalbildende Lebensversicherung sinnvoll sein bei speziellen Kreditkonstruktionen, wie zum Beispiel bei Beamtenkrediten von der Nürnberger Versicherungsgruppe. Bei solchen speziellen Akademikerdarlehen erfolgt die Tilgung nämlich nicht in monatlichen Raten, wie dies sonst bei Verbraucherkrediten üblich ist. Vielmehr werden bei einem Beamtenkredit während der gesamten Laufzeit Prämien in den Lebensversicherungsvertrag eingezahlt. Bei Fälligkeit erfolgt die Auszahlung der Versicherungssumme, mit der dann das Beamtendarlehen zurückgezahlt wird. Der Vorteil dieser Vertragsgestaltung liegt insbesondere in der Absicherung der Angehörigen, die beim vorzeitigen Versterben des Kreditnehmers durch die Lebensversicherung jederzeit imstande sind, das Darlehen zurückzuzahlen.

Die Rürup-Rente kann für selbständige Akademiker empfehlenswert sein, insbesondere wegen der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Beiträge als Sonderausgaben. Allerdings sollte dabei berücksichtigt werden, dass es bei ihr, anders als bei der Riester-Rente, nicht möglich ist, sich einen Teil der Versicherungssumme bei Rentenbeginn auszahlen zu zahlen, sie besitzt kein Kapitalwahlrecht.

Für viele gutverdienende Akademiker kann die Anschaffung einer eigenen Immobilie auch unter dem Aspekt der Altersvorsorge sehr sinnvoll sein. Im Alter mietfrei wohnen zu können, spart den größten Posten bei den monatlichen Ausgaben ein.

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Das Aus der gesetzlichen Rente?

October 5th, 2012

„Rentenpolitik“ – dieses Wort verspricht derzeit viel politischen Zündstoff. Ständig werden neue Konzepte vorgelegt, die Politiker untereinander sind sich absolut uneinig, Wahlkampftaktiken verschärfen die Debatten. Über allem hängt das drohende Damoklesschwert „Altersarmut“ – das Ursula von der Leyen kürzlich dort platziert hat.

Bildquelle: Uschi Dreiucker / pixelio.de

Für den Verbraucher ist dieses politische Gezanke höchst verwirrend und sorgt für wachsende Unsicherheit. Auf seine quälenden Fragen gibt es keine – oder viel zu viele – Antworten: Welche Formen der Altersvorsorge sind denn noch sinnvoll? Muss auch ich im Alter einmal mit einem Notgroschen auskommen? Sollte ich wirklich schon so früh in die private Vorsorge investieren? Oder kann ich auf die gesetzliche Rente vertrauen?

Wie es mit der gesetzlichen Rente weitergeht, soll im November 2012 endlich geklärt werden. Die Frage: Bleibt es bei den geplanten Absenkungen des Rentenniveaus bis 2030 oder sollte man lieber zurückrudern? Experten raten zwar, die gesetzliche Rente zu stärken anstatt sie weiter zu demontieren. Doch die Politiker halten konstante Rentenhöhen angesichts der sinkenden Zahl an Beitragszahlern für unrealistisch – denn gleichzeitig wird die Menge der Rentner größer, das ist der vieldiskutierte demographische Wandel. Man könne es sich also schlichtweg nicht leisten, höhere Renten zu bezahlen.

Unabhängige Experten behaupten übrigens das Gegenteil: Mit einer sanften Anhebung der Beiträge könnte man auch künftig vernünftige Renten finanzieren. Für die Abgeordneten ist dies aber ein Rückschritt, von dem keiner etwas hören will – auch wenn das umlagefinazierte gesetzliche Rentensystem angeblich besser ist als die kapitalgebundenen, privaten Vorsorgemodelle.

Die gute Nachricht: Momentan ist Altersarmut noch kein Thema. Nur rund 3 Prozent aller Rentner nehmen die Grundsicherung im Alter in Anspruch. Doch wenn die Renten bis 2030 wirklich auf 43% des früheren Lohnes gesenkt werden, wird Altersarmut rapide zunehmen. Private Vorsorge ist dann Pflicht – und die, die es sich nicht leisten können, haben das Nachsehen.

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Zuschussrente: Über dreißig Jahre lang Vollzeit gearbeitet – und dann müssen Almosen beantragt werden

September 19th, 2012

„Geringverdiener müssen im Rentenalter am Hungertuch nagen!“

Das zumindest legen die Zahlen nahe, die vom Arbeitsministerium kürzlich veröffentlicht wurden. Diese Berechnungen zur Altersarmut sind so erschreckend, dass schon der Vorwurf in der Luft hängt, sie seien absichtlich herunter gerechnet worden. Tatsächlich ist es schwierig, alle Einzelheiten in eine Berechnung mit einzubeziehen und damit eine Aussage über Altersarmut zu treffen. Details sind ja auch nicht so wichtig, für den normalen Bürger braucht es halt etwas Greifbares. Also wird mit folgendem simplen Beispiel Alarm geschlagen:

Bildquelle: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Wer 35 Jahre lang Vollzeit gearbeitet und 2.500 Euro brutto verdient hat, kann ab dem Jahr 2030 mit einer Rente in Höhe der Grundsicherung rechnen: Nur 688 Euro stehen dann jeden Monat zur Verfügung – das klingt nach mageren Zeiten.

Nun kritisieren viele Experten, dass diese – vermeintlich – eindeutige Botschaft etwas zu einfach gestrickt wurde. Nicht einmal die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre wurde berücksichtigt, die Senkung des Rentenniveaus sei durch staatliche Unterstützung von privaten Altersvorsorge-Konzepten ausgeglichen worden – und überhaupt könne man allein von einem überschaubaren Rentenanspruch noch lange nicht auf Altersarmut schließen – vielleicht gibt es ja Miet- oder Zinseinnahmen aus angespartem Vermögen oder aus einer Erbschaft. Die persönliche Lebenssituation spielt eine zu große Rolle um allgemeingültige Aussagen treffen zu können.

Fest steht trotz alledem, dass Gering- und auch Durchschnittsverdiener später einmal nur sehr überschaubare Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenkasse haben werden. Wenn die Regierung nicht möchte, dass all diese Leute irgendwann als Hilfesuchende förmlich „vor der Tür“ stehen, muss sie etwas unternehmen.

Wie sehen also die Konzepte aus, die den armen Deutschen Bürger vor zu großer Not im Alter schützen sollen? Jetzt ist wieder Kreativität gefragt, denn schließlich ist bald wieder Wahlkampf. Also hat Ursula von der Leyen das Konzept „Zuschussrente“ entworfen. Wie die aussehen soll und ob es tatsächlich schon nächstes Jahr realisiert werden wird, können sie hier nachlesen.

Um das Prinzip „Zuschussrente“ zu verstehen, muss man erst einmal wissen, dass es sich hierbei um eine Sozialleistung handeln soll. Der Träger ist also nicht die gesetzliche Rentenversicherung sondern der „Deutsche Rentenversicherung Bund“. diese Unterscheidung ist auch psychologisch wichtig, denn es bedeutet, dass man an gesonderter Stelle eine Sozialleistung, einen zusätzlichen Almosen also, beantragen muss. Mehr ist es nicht, denn man bekommt lediglich die Differenz von seinen (Renten-)Einnahmen zu 850 Euro. Belaufen sich also Deine Rentenansprüche auf 600 Euro, bekommst du 250 Euro dazu – aber: Die Hürden, die zwischen Dir und der Zuschussrente liegen, sind enorm.

Über mehrere Jahrzehnte hinweg privat und gesetzlich vorgesorgt? Nein? Dann gibt’s auch keine Zuschussrente.

Das beängstigende an der Zuschussrente ist, dass sie nur solchen Leuten zusteht, die eigentlich bestens versorgt sein müssten. Um das kleine „Zuckerl“ zu bekommen, muss jemand 35 Jahre lang gearbeitet und in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben – aber damit nicht genug: Gleichfalls muss 35 Jahre lang in private Altersvorsorgeverträge eingezahlt worden sein. Damit hätte die Bundesministerin von der Leyen gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Alle Bürger, die ihr Leben lang brav gearbeitet – oder sich andernfalls sofort beim Amt gemeldet – haben, sind ausreichend versorgt – aber eben nur die wirklich braven Bürger. Gleichzeitig wird die private Altersvorsorge gestützt.

Irgendwie klingt das ja nicht so schlecht, doch ich werde das Gefühl nicht los, dass hier möglicherweise zu viele Köche den Brei verderben könnten: Unsere künftigen Rentner sollen also neben gesetzlicher und privater Rente auch noch eine Zuschussrente beantragen? Besonders letzteres klingt nach einem enormen Verwaltungsaufwand, denn der Antragsteller muss nicht nur seine finanzielle Situation sondern sein ganzes Leben darlegen. Warum nicht einfach den Rat der Experten befolgen und die gesetzliche Rente stärken? Würden die Beiträge ein wenig erhöht werden, könnte das Rentenniveau angehoben werden – und die Bürger wären abgesichert, allein durch ein einziges Konzept. Gleichzeitig sollte man die privaten Vorsorgemodelle politisch gesehen erstmal „auf Eis legen“.

Ob Frau von der Leyen die Zuschussrente jemals realisieren wird, ist ohnehin offen. Kritik kommt aus allen Ecken – selbst aus den eigenen Reihen. Es gibt auch Gegenkonzepte zur Zuschussrente – sie haben aber alle eines gemeinsam: Es wird für die Bürger von Mal zu Mal ein Stückchen komplizierter.

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Inflation: Die Jahre knabbern an der Rente

September 19th, 2012

Mit „Inflation“ assoziiere ich immer die massive Geldentwertung, die Deutschland in den 20er und 30 Jahren heimsuchte. Das Geld war einfach von heute auf morgen fast nichts mehr wert, neue Geldscheine mit beängstigend vielen Nullen mussten gedruckt werden, die Preise stiegen ins Unermessliche.

Bildquelle: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Die Inflation sorgte damals für Angst und Schrecken – doch heute? Heute ist sie kein beängstigendes Monster mehr, heute ist sie ein kleiner Virus, ein Parasit, beinahe unsichtbar – doch er nistet sich heimtückisch in all dem Geld ein, das wir fürs Alter zurücklegen. Dort knabbert er langsam aber stetig an den Reserven – und erst Jahre später werden wir feststellen, dass er ganz schön große Löcher hineingefressen hat.

Die Inflationsrate beträgt bei uns immer um die zwei Prozent. Auf die Dauer hat das aber durchaus spürbare Auswirkungen auf die Kaufkraft der künftigen Rente. Beispiel: Hat ein Rentner heute 1.000 Euro, so ist derselbe Betrag in 20 Jahren nur noch gut die Hälfte wert – etwa 672 Euro. Im Vergleich zum Rentner von Heute müssen also empfindliche Einbußen beim Lebensstandart in Kauf genommen werden.

Wie kann man sich dagegen schützen?

Zum Glück gibt es Anlageformen, die sich automatisch an die Inflation angleichen: Bei guter Lage wird eine Immobilie automatisch über die Jahre mehr wert, auch der Mietpegel erhöht sich in diesen Fällen. Bei vielen privaten Altersvorsorgeverträgen kann ein „Schutzmechanismus“ gegen Inflation eingebaut werden – die Rentenzahlungen steigen über die Jahre hinweg leicht an. Wir raten Versicherern mit solchen Verträgen, nicht zu früh zu sterben ;-)

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Auf dem richtigen Weg zur Bekämpfung von Altersarmut?

September 18th, 2012

Experten fordern Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung, Politik setzt weiter auf private Vorsorge

Zur Einführung der Riester-Rente – die populärste private Altersvorsorge – wurde das Versorgungsniveau der gesetzlichen Rente abgesenkt. Das ist nun über zehn Jahre her – Zeit für eine Bilanz:

Bildquelle: Gerd Altmann / pixelio.de

Die gesetzliche Rentenversicherung ist weitaus besser als ihr Ruf. Viele private Rentenversicherungen dagegen sind eher schlechter als ihr Ruf. Experten sind sich heutzutage einig: Die massive Förderung von privaten Altersvorsorgekonzepten war kein guter Schachzug, um Altersarmut zu vermeiden. Das Problem ist nämlich, dass sich nur die wenigsten einen privaten Vorsorgevertrag leisten können oder wollen. Zudem sind die Risiken dieses kapitalgedeckten Systems viel größer und die Renditen dagegen eher klein. Das umlagefinanzierte, staatliche System dagegen, verspricht eine gerechtere Versorgung der Bürger im Alter – allerdings nur, wenn es wieder gestärkt wird.

Zum besseren Verständnis hier kurz die Unterschiede:

Die staatliche Rentenversicherung ist umlagefinanziert – das heisst, das heute eingezahlte Geld wird sofort an die heutigen Rentner ausbezahlt. Wenn die heutigen Zahler also mal in Rente gehen, sind ihre „eigenen“ Beiträge längst wieder weg, sie bekommen das Geld dann von den aktuellen Beitragszahlern.

Die privaten Rentenversicherungen dagegen sind kapitalgedeckt. Das bedeutet, die Beiträge werden in irgendeiner Form angelegt und später dann wieder an den Versicherten ausbezahlt. Dieses System ist wesentlich anfälliger für Schwankungen und Krisen auf dem Kapitalmarkt.

Private Rentenversicherungen: Die heilige Kuh

Obwohl viele Fachleute diese Meinung teilen, wagen es Politiker nicht, die privaten Rentenversicherungen anzugreifen. Stattdessen denken sie sich lieber lauter neue Systeme aus – wie die Zuschussrente der CDU oder das Rentenkonzept der SPD. Dabei liegt die Lösung, die viele Experten fordern, in einem vermeintlichen Rückschritt: Stärkung des staatlichen Rentensystems, Anhebung der allgemeinen Rentenhöhen und Aufstockung der Renten von Durchschnitts- und Geringverdienern.

Die Beiträge für die gesetzliche Rente müssten dann Schritt für Schritt wieder angehoben werden. Wären die Rentenbeiträge bis zum Jahr 2030 bei 26% angekommen, so könnte wieder ein Rentenniveau von 70 % des durchschnittlichen Nettoeinkommens erreicht werden. Das erscheint im Vergleich zu den momentanen 19,6% Rentenbeitrag durchaus machbar, zumal dann kein Geld mehr für private Vorsorge ausgegeben werden muss. Besonders wahrscheinlich ist so eine radikale politische Entscheidung aber nicht. Dann müsste man sich ja eingestehen, dass man bisher den falschen Weg gegangen ist.

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Betriebliche Altersvorsorge

September 18th, 2012

Nur rund 30 Prozent der Angestellten haben eine, das liegt wahrscheinlich an der Bezeichnung. „Betriebliche Altersvorsorge“ – das klingt irgendwie nach ein paar Almosen, die der Arbeitgeber springen lässt, nachdem man einen riesigen Stapel Papiere ausgefüllt hat. Doch dieses Vorurteil stimmt nicht. Der Aufwand, um die betriebliche Altersvorsorge zu beantragen, hält sich sehr in Grenzen – dafür kann sie sich richtig lohnen.

Bildquelle: Marvin Siefke / pixelio.de

Es gibt fünf Formen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) – doch das muss Dich eigentlich nicht weiter kümmern. Es ist die Sache des Arbeitgebers, sich zwischen Direktversicherung, Pensionsfonds, Direktzusage, Pensionskasse und Unterstützungskasse zu entscheiden – meist richtet sich die Art des Vertrages nach der Größe Deiner Firma.

Der größte Vorteil der betrieblichen Altersvorsorge liegt darin, dass die Beiträge vom Bruttogehalt abgezogen werden. Dadurch sinken Einkommenssteuer und Beiträge für Sozialversicherungen automatisch. Wenn der Arbeitnehmer also 100 Euro für die bAV zahlt, verdient er nur etwa 50 Euro weniger.

Die Steuerfreibeträge für die bAV sind zudem deutlich höher als bei anderen Formen der Altersvorsorge. Für die Rieser-Rente darf man z.B. nur 2100 Euro steuerfrei einzahlen – bei der betrieblichen Altersvorsorge sind es 4440 Euro.

Wer die Vorurteile gegenüber der bAV – auch „Betriebsrente“ – abbauen konnte, dem bleibt eigentlich nur eine Hürde: Den Arbeitgeber fragen, ob es eine betriebliche Altersvorsorge gibt. Bitte keine Scheu: Viele Arbeitgeber sind absolut bereit, ihre Mitarbeiter diesbezüglich zu unterstützen.

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Die Riester- und die Rürup-Rente

September 3rd, 2012

Die Riester Rente wurde erfunden, um möglichst vielen Bürgern den Abschluss einer privaten Altersvorsorge schmackhaft zu machen. Jeder Sparer bekommt 154 Euro pro Jahr vom Staat geschenkt, für jedes Kind gibt es noch einmal 185 oder sogar 300 Euro. Zusammen mit den Steuervergünstigungen ist die Riester Rente sehr renditestark – außerdem ist sie sehr sicher und verbraucherfreundlich.

Größter Vorteil: Die angesparten Beträge und die staatlichen Zulagen bekommt der Sparer in jedem Fall zurück. So hat man später automatisch immer mehr als zuvor!

Grundsätzlich dürfen alle, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, einen Riester-Sparplan abschliessen. Je früher man damit anfängt, desto besser.

Für alle die, die nicht “riestern” dürfen, gibt es die Rürup Rente.

Die Rürup Rente – konzipiert für Selbstständige und Freiberufler

Zur Rürup Rente – auch Basisrente genannt – gibt es keine direkten Zuschüsse vom Staat, dafür aber attraktive Möglichkeiten, Steuern zu sparen. In der Einzahlphase können Singles bis zu 13200 Euro Steuern sparen, für Paare gilt der doppelte Betrag. Damit später eine Rente gezahlt wird, muss der Sparer so lange Beiträge zahlen, bis eine Mindestrente erreicht ist. Es ist nicht möglich, den Vertrag beitragsfrei zu stellen, falls man ungeplante Geldsorgen hat – das ist ein Nachteil gegenüber der Rieser Rente.

Es gibt viele verschiedene Anbieter von Rürup-Verträgen – die Unterschiede sind teilweise sehr groß. So variiert die Höhe der tatsächlichen Monatsrente, die man im Alter dann bekommt, teilweise um 100 Euro. Beim Abschluss eines Rürup-Vertrages also unbedingt auf die Details achten und von einem Versicherungsmakler beraten lassen.

 

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Rentenversicherung

September 3rd, 2012

Die Renten sind sicher!

Dies ist wohl das bekannteste Versprechen der Bundesregierung an die braven deutschen Bürger – und viele haben es geglaubt. Doch dann brachten der demographische Wandel, ein Rückgang der Geburten und die eine oder andere Wirtschaftskrise alles durcheinander. Heute ist nur das sicher: Die staatlichen Renten werden immer niedriger, die Kaufkraft sinkt und das Rentenalter steigt.

Bildquelle: Jürgen Hüsmert / pixelio.de

Was bedeutet das nun? Werden wir alle im Alter am Hungertuch nagen? Müssen wir schon während der Berufsausbildung damit anfangen, möglichst viel Geld für die Altersvorsorge beiseite zu legen? Und – wenn ja – welche Angebote sind denn überhaupt seriös und wie funktionieren sie? Die Regelung der persönlichen Altersvorsorge gehört immer in die Hände eines guten Versicherungsmaklers. Einen kurzen Überblick kann man sich bei mir verschaffen:

Gesetzliche Rentenversicherung

Auch wenn es sich oft ganz anders anhört: Die gesetzlichen Altersbezüge sind in den meisten Fällen ausreichend, um einigermaßen über die Runden zu kommen. Arbeitnehmer bekommen etwa 50 bis 60% von dem, was sie früher einmal verdient haben.

Doch zwei wesentliche Fragen sind damit noch längst nicht geklärt:

  1. Ist das immer noch so, wenn ich selbst einmal alt bin?
  2. Welchen Lebensstandard werde ich haben, wenn ich nur noch halb so viel Geld bekomme?

Für alle Arbeitnehmer (und auch Arbeitgeber) ist es Pflicht, in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen. Die privaten Vorsorgemodelle sind dagegen freiwillig, werden aber von der Regierung unterstützt. So erhält der fleißige Sparer Zuschüsse vom Staat – denn der ahnt schon, dass er die vielen Rentner der Zukunft nicht alleine versorgen kann. Derzeit unterstützt der Staat die Riester- und die Rürup Rente.

Lesen Sie weiter: Die Riester- und die Rürup Rente.

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